Pressemitteilung, 19.07.2026 | Niedernsiller Stefflschützen feiern ein halbes Jahrhundert

Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz

50-Jahr-Jubiläum mit mehr als 30 Kompanien und Vereinen / Rund 50 Schützen rücken bis zu 15 Mal pro Jahr aus

(LK)  Lautstark zogen am Sonntag 20 Schützenkompanien, sieben Musikkapellen und fünf Brauchtums- und Heimatvereine aus dem Flachgau, Pinzgau und dem angrenzenden Tirol durch die Pinzgauer Gemeinde Niedernsill. Die Stefflschützen haben zu ihrem 50-Jahr-Jubiläum geladen und ließen es im wahrsten Sinne des Wortes mit ihren Gewehren krachen.

Insgesamt sind rund 50 Personen – Schützen und Marketenderinnen zusammengezählt – bei den Stefflschützen in Niedernsill aktiv. Bis zu 15 Mal pro Jahr rücken sie aus. Mit viel ehrenamtlichem Engagement wurde das Jubiläumsfest über Monate hinweg geplant. Höhepunkt war der große Festumzug in Niedernsill, bei dem Landeshauptfrau Karoline Edtstadler den Schützen zum Ehrentag gratulierte.

Edtstadler: „Gesellschaftlicher Eckpfeiler in Niedernsill.“

Die Schützen sind nicht nur in Niedernsill eine feste Größe im Vereinsleben der Gemeinde. In 110 Kompanien und Garden sind salzburgweit rund 6.350 Mitglieder aktiv. „Mit ihren vielen Ausrückungen sind die Stefflschützen im Ortsleben bestens integriert. Als gesellschaftlicher Eckpfeiler sind sie einerseits Botschafter ihrer Heimat und stehen andererseits für eine lebendige Gemeinschaft, die auch anderen Vereinen in Niedernsill bei ihren Veranstaltungen tatkräftig unter die Arme greift“, betont Landeshauptfrau Karoline Edtstadler.

Visitenkarte für die Gemeinde

Das Jubiläumsfest der Stefflschützen Niedernsill wird mit einem großen Bataillonsfest des Anton-Waller-Bataillons mit zirka 30 teilnehmenden Vereinen gefeiert. Die Kulisse dazu bildete das Freizeitareal am Luziapark und das Zeltfest in Niedernsill. Es wird jährlich abwechselnd von der Freiwilligen Feuerwehr, der Sportunion oder den Schützen organisiert. „Die Schützen sind eine Institution im Ort. Sie sorgen für ein gutes Miteinander, setzen sich für ihre Kameraden ein und erinnern an unsere Geschichte. Sie sind bei keinem Fest wegzudenken und sind eine Visitenkarte für Niedernsill, wenn sie unsere Gemeinde auswärts vertreten“, sagt Bürgermeister Günther Brennsteiner und ergänzt: „Unser Zeltfest ist etwas ganz Besonderes. Trotz des hohen organisatorischen Aufwandes funktioniert alles reibungslos. Das ist nur möglich dank vieler ehrenamtlicher Hände und Vereine, die sich gegenseitig unterstützen.“

Ehrensalve zu Silvester

Alfons Ganzer ist seit rund fünf Jahren Obmann der Stefflschützen. Hauptmann Andreas Zass kommandiert die Schützen seit 2018. „Elf der Gründungsmitglieder sind noch aktiv – teilweise rücken sie noch zu Veranstaltungen aus. Jeden ersten Freitag im Monat treffen wir uns zum Stammtisch und trainieren gleichzeitig das Salutschießen und das Marschieren. Jährliche Fixpunkte sind Fronleichnam, das Dorffest im September, die Heldenehrung im November sowie das Silvesterschießen. Hierbei wird besonderen Förderern, den Wirtsleuten der Gasthäuser sowie dem Bürgermeister, dem Vizebürgermeister und dem Pfarrer mit einer Ehrensalve gedankt und gleichzeitig Glückwünsche für das neue Jahr lautstark vermittelt“, informiert Ganzer.

Zeltfest 2028 wieder in „Schützenhand“

Die Tradition des Zeltfests wurde erstmals 1977 von den Schützen ins Leben gerufen. „2028 sind wir wieder für die Organisation verantwortlich. Mit dem Erlös aus der arbeitsintensiven Veranstaltung wird der Fortbestand der Kompanie finanziert“, berichtet Alfons Ganzer.

Markenzeichen: die Schildhuhn-Feder

Bewaffnet sind die Stefflschützen mit einem Karabiner. Als Tracht tragen sie braune Jacken, rote Westen und weiße Stutzen. Als gemeinsames Erkennungszeichen tragen Schützen und Marketenderinnen am Trachtenhut Federn des Schildhuhns (Birkhuhn). Die Geschichte der Schützen ist weit älter als 50 Jahre. „Unser Name stammt von Kramer Steffl, einem Kurier der Bauernkriege, der vor 500 Jahren Aufständische mit Informationen versorgt hat. Nach der Niederschlagung des Aufstandes wurde er in Salzburg hingerichtet. Während der Franzosenkriege waren auch Schützen aus Niedernsill bei den Kämpfen beteiligt, jedoch eher als loser Verband, der in andere Truppen integriert war.“

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