Pressemitteilung, 26.07.2026 | Die Salzburger Festspiele 2026 sind eröffnet

Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz

Festspielrednerin Maria Kalesnikava über Mut, Zuhören und den Preis für die Freiheit

(LK)  Der Mut für die Freiheit stand heute im Mittelpunkt der offiziellen Eröffnung der Salzburger Festspiele. Freiheit wird besonders kostbar, wenn man ihren Preis kennt, machte die belarussische Bürgerrechtlerin und Musikerin Maria Kalesnikava in ihrer Festrede eindringlich deutlich. Nach Grußworten von Landeshauptfrau Karoline Edtstadler und Vizekanzler Andreas Babler erklärte Bundespräsident Alexander Van der Bellen die 106. Salzburger Festspiele für eröffnet.

Anwesend beim Festakt waren neben dem Bundespräsidenten auch Mitglieder der österreichischen Bundesregierung, angeführt von Bundeskanzler Christian Stocker sowie EU-Kommissar Magnus Brunner. Landeshauptfrau Karoline Edtstadler sowie Mitglieder der Landesregierung nahmen gemeinsam mit Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf Platz in der Felsenreitschule. Das Mozarteum Orchester unter der Leitung von Vitali Alekseenok spielte Werke von Èdouard Laszlo und Olivier Messiaen sowie die Salzburger Landeshymne, die österreichische Bundeshymne und die Europahymne. Die Schauspielerin Senta Berger trug einen Text von Max Reinhardt vor.

Freiheit: Privileg mit Verpflichtung

In ihren Begrüßungsworten ging auch Landeshauptfrau Karoline Edtstadler auf den Wert von Freiheit ein und appellierte: „Legen wir für einen Moment unsere kleinen Luxusprobleme beiseite. Spüren wir wieder, was für ein unendliches, zerbrechliches Privileg es ist, in Freiheit leben und in Freiheit Kunst genießen zu dürfen“, so Edtstadler und stellte klar: „Es ist unsere Verpflichtung diese Freiheit auch für die nächsten Generationen zu hüten.“

Kunst schafft Mut für Veränderung

„Wo Kunst ist, ist Mut oft nicht weit“, stellte Vizekanzler Andreas Babler in seiner Begrüßung fest. Denn: „Kunst schult genau jene Fähigkeit, die autoritäre Systeme fürchten: die Vorstellung, dass die Welt auch anders sein könnte“, sagte Babler. „Wir brauchen die Vernunft, um die Welt zu verstehen. Wir brauchen die Kunst, um uns eine andere Welt vorzustellen. Aber wir brauchen das Herz, um diese andere Welt möglich zu machen“, betonte der Vizekanzler.

Zuhören und Mut nötig für die Freiheit

Für Festspielrednerin Maria Kalesnikava, die für ihr politisches Engagement mehrere Jahre in Haft war, geraten Demokratien nicht dann erst in Gefahr, wenn Menschen nicht mehr sprechen dürfen, sondern bereits dann, wenn Menschen aufhören, einander zuzuhören. „Denn in jenem Moment, in dem wir aufhören zuzuhören, hören wir allmählich auch auf, den anderen als Menschen wahrzunehmen“, so die Bürgerrechtlerin, für die klar ist: „Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Mut beginnt dort, wo ein Mensch sich trotz der Angst für den Menschen, für die Freiheit und für die Menschenwürde entscheidet — und Verantwortung übernimmt.“

Unabhängiger gegen Angriffe werden

Bevor Bundespräsident Alexander Van der Bellen die Festspiele für eröffnet erklärte, erinnerte er daran, dass wir einer einzigartigen zivilisatorischen Leistung verdanken, heute auf einem freien, demokratischen und wohlhabenden Kontinent zu leben. „So gesehen haben wir alle hier in der EU den Jackpot geknackt.“ Jedoch werden Europa und der europäische Zusammenhalt gerade getestet. „Angriffe kommen nicht gerade aus allen Himmelsrichtungen, aber jedenfalls aus Ost und West. Wir müssen alles tun, um unabhängiger von der Willkür fremder Regierungen zu werden. Unabhängig in der Energieversorgung, unabhängig in der digitalen Welt. Souverän auch in unserer Verteidigungsfähigkeit“, so der Bundespräsident.

Alle Informationen zur Festspieleröffnung

Das Land Salzburg berichtet ausführlich über die Festspieleröffnung. Die wichtigsten Kanäle im Überblick:

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