Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz
One-Stop-Shop für Meldewesen, Nächtigungsabgabe und Statistik / Weniger Aufwand für Beherbergungsbetriebe, Gemeinden und Land
(LK) Die Einführung der digitalen Nächtigungsabgabe reduziert den bürokratischen Aufwand für tausende Beherbergungsbetriebe, 119 Gemeinden und das Land Salzburg sehr deutlich von mehreren Verwaltungsschritten auf einen einzigen Meldevorgang. Zudem werden Fehlerquellen reduziert und Daten stehen deutlich schneller zur Verfügung.
Bisher mussten jene, die Gäste beherbergen, dieselben Informationen mehrfach melden: für das gesetzliche Meldewesen, für die Nächtigungsabgabe und für die Tourismusstatistik. Dahinter stehen zahlreiche manuelle Arbeitsschritte – in manchen Gemeinden werden Unterlagen noch immer händisch übermittelt, in der Landesstatistik werden Monat für Monat insgesamt 119 PDF-Dokumente aus den Gemeinden verarbeitet und in ein System übertragen. Damit ist künftig Schluss. Ab 1. Mai kommenden Jahres soll die digitale Nächtigungsabgabe umgesetzt werden. Damit setzt das Land einen weiteren Schritt bei der von Landeshauptfrau Karoline Edtstadler angestoßenen Entbürokratisierungsoffensive.
Schnöll: „So muss Digitalisierung funktionieren.“
Die Vorteile liegen für Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll auf der Hand: „Digitalisierung ist dann erfolgreich, wenn sie den Menschen das Leben leichter macht. 119 PDF-Dokumente händisch zu übertragen kann im Jahr 2026 nicht unser Anspruch sein. Unser Ziel ist ganz einfach: Der Beherberger gibt die Daten einmal ein – alles Weitere passiert automatisch im Hintergrund. So muss Digitalisierung funktionieren: weniger Bürokratie für Betriebe, weniger Verwaltungsaufwand für Gemeinden und gleichzeitig bessere und schnellere Daten für das Land. Das ist echte Entbürokratisierung“, so Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll.
Aus drei Prozessen wird einer
Bisher löst eine Nächtigung drei unterschiedliche Datenstränge aus. Daten für das gesetzliche Meldewesen, für die Nächtigungsabgabe für die Gemeinde und das Landesabgabenamt sowie die statistischen Daten für die Landesstatistik. Mit dem neuen System wird der immense Aufwand für Betriebe, Gemeinden und Land beendet. Künftig genügt die einmalige Erfassung der Daten, die anschließend an alle zuständigen Stellen digital weitergleitet werden können.
Der neue Ablauf im Überblick:
- Der Gast gibt seine Daten wie gewohnt bekannt.
- Der Beherbergungsbetrieb erfasst diese Daten einmal in einer digitalen Maske.
- Der Beherbergungsbetrieb kann die Informationen ganz einfach den zuständigen Stellen im System weiterleiten.
One-Stop-Shop für Betriebe
Mit der digitalen Nächtigungsabgabe entsteht ein durchgängiger digitaler Prozess zwischen Beherbergungsbetrieb, Gemeinde und Land. „Wir schaffen einen One-Stop-Shop für unsere Beherbergungsbetriebe. Ein einziger digitaler Meldevorgang ersetzt künftig mehrere Verwaltungsschritte. Das spart Zeit, reduziert Fehlerquellen und erleichtert den Betrieben die tägliche Arbeit“, sagt Schnöll.
Die wichtigsten Neuerungen
- Pre-Check-in möglich: Der Beherberger kann Gästen ein Formular senden, damit sie ihre Daten bereits vor der Anreise digital bekanntgeben. Das verkürzt den Check-in vor Ort deutlich.
- Guest Mobility Ticket per Knopfdruck: Beherbergungsbetriebe können die Gästekarte und das Guest Mobility Ticket künftig noch einfacher ausstellen.
- Einfachere Abläufe für Betriebe: Alle notwendigen Meldungen werden über ein einziges System abgewickelt.
- Weniger Verwaltungsaufwand für Gemeinden: Automatische Zuordnung und Weiterleitung der Daten an die zuständigen Stellen.
Bessere Datengrundlage für Auswertungen
Die Digitalisierung schafft gleichzeitig neue Möglichkeiten für den Tourismusstandort Salzburg. Durch Echtzeitmeldungen sollen aktuelle statistische Informationen schneller zur Verfügung stehen – etwa über Herkunftsländer der Gäste. Das verbessert die Datengrundlage für touristische Auswertungen und kann im Anlassfall auch die Krisenkommunikation unterstützen, beispielsweise durch zielgerichtete Informationen in unterschiedlichen Sprachen.