Quelle: Salzburger Landeskorrespondenz
Was in den vergangenen fünf Jahren umgesetzt wurde / Land und Umweltministerium (BMLUK) investieren laufend in die Sicherheit vor Ort
(LK) 2021 wurde Salzburg von Überflutungen und Muren heimgesucht, besonders stark wurde dabei der Oberpinzgau getroffen. Seither hat sich viel getan. In den vergangenen fünf Jahren wurden allein im Oberpinzgau 44 Millionen Euro zur Verbesserung der Schutzbauten investiert. Wie sich vergangene Woche bei heftigen Regenfällen gezeigt hat, ist jeder Euro hier sinnvoll investiert.
Es war eines der Bilder des Unwetter-Sommers 2021: Eine Zuggarnitur der Pinzgauer Lokalbahn steckte im Bahnhof Krimml in einer Geröll- und Schuttlawine. Für Wald im Pinzgau musste Zivilschutzalarm ausgelöst werden. Bereits im Juli 2021 waren Hallein, Teile des Pongaus und des Pinzgaus von Unwettern mit anschließendem Hochwasser betroffen. In unterschiedliche Anpassungen des Hochwasserschutzes haben das Land Salzburg, das Umweltministerium (BMLUK) und Gemeinden seit 2021 gemeinsam zwischen Krimml und Zell am See weitere rund 44 Millionen Euro investiert, um die Sicherheit der Bevölkerung vor den Naturgefahren zu erhöhen. Die lokalen Unwetter am vergangenen Donnerstag haben gezeigt, wie dringend notwendig solche Investitionen sind, um Katastrophen zu verhindern.
Totschnig: „Rückhalt, wo möglich, Schutz, wo nötig.“
Umweltminister Norbert Totschnig stellt klar: „Der Schutz der Bevölkerung vor Naturgefahren wie Hochwasser hat oberste Priorität. Deshalb setzen wir auf eine vorausschauende Hochwasservorsorge unter dem Motto ,Rückhalt, wo möglich, Schutz, wo nötig‘. Das geplante Rückhaltebecken Hollersbach ist ein wichtiger Baustein, um das Hochwasserrisikomanagement im Oberpinzgau weiter zu verbessern und die Auswirkungen künftiger Hochwasserereignisse zu verringern. Gleichzeitig arbeiten wir gemeinsam mit dem Land Salzburg an den notwendigen Planungsgrundlagen für weitere Maßnahmen. So schaffen wir die Grundlage, um den Hochwasserschutz Schritt für Schritt weiterzuentwickeln und die Sicherheit der Bevölkerung nachhaltig zu verbessern.“
Edtstadler: „Mehr Schutz für die Bevölkerung.“
Landeshauptfrau Karoline Edtstadler betont: „Die Ereignisse vor fünf Jahren haben uns schmerzhaft gezeigt, wie verletzlich Salzburg sein kann. Wir investieren konsequent in den Hochwasserschutz in den betroffenen Regionen. Durch gemeinsame Investitionen von Umweltministerium, Land und den Gemeinden wird die Sicherheit für Menschen, Betriebe und Infrastruktur erhöht.“
Aigner: „Gemeinsame Investitionen.“
Nach dem Unwettersommer 2021 investierte das Land Salzburg gemeinsam mit dem BMLUK fast 44 Millionen Euro in den Hochwasserschutz an der Salzach und den Zubringern sowie mehr als acht Millionen Euro in Hallein. „Auch wenn jene Maßnahmen, die seit 2005 errichtet wurden, gewirkt haben, wurde weiterer Anpassungsbedarf sichtbar. Investiert wurde unmittelbar nach dem Hochwasserereignis 2021 in eine Vielzahl von Sofortmaßnahmen zu lokalen Optimierungen. Gleichzeitig wurden Planungen für weitere Rückhaltemaßnahmen gestartet“, sagt Landesrat Maximilian Aigner.
Investitionsschwerpunkt Oberpinzgau
Die größten vom BMLUK, Land Salzburg und der Wildbach- und Lawinenverbauung geförderten Projekte sind auszugsweise:
- Neukirchen: 9,07 Millionen Euro (Maßnahmen an der Salzach, Dürnbach und Obersulzbach)
- Wald im Pinzgau: 7,76 Millionen Euro (Trattenbach, Oberste Salzach und Krimmler Ache)
- Mittersill: 7,09 Millionen Euro (Maßnahmen an der Salzach und Rückhaltebecken Mittersill, Rettenbach und Burkbach)
- Krimml: 6,42 Millionen Euro (Loitbach)
- Bramberg: 5,55 Millionen Euro (Maßnahmen an der Salzach, Habach und Weichseldorferbach)
- Hollersbach: 2,35 Millionen Euro (Maßnahmen an der Salzach und Grubingerbach)
Startschuss für das Projekt „Hintersee“
Um den Hochwasserschutz im Oberpinzgau weiter zu verbessern, plant das Land Salzburg gemeinsam mit dem BMLUK und den betroffenen Gemeinden Maßnahmen entlang der Salzach und ihrer Seitentäler. „Für das Projekt ,Hintersee‘ an der Felber Ache liegen bereits alle Bewilligungen vor. Hier investieren das Land und der Wasserverband obere Salzach gemeinsam rund 2,7 Millionen Euro. Die Baumaßnahmen starten nach umfangreichen Vorarbeiten ab Herbst 2026“, sagt Landesrat Maximilian Aigner und ergänzt: „Beim zentralen Vorhaben Hollersbach ist das Land im engen Austausch mit dem Umweltministerium. Das Projektvolumen umfasst hier mehr als 15 Millionen Euro. Das können wir nur gemeinsam mit dem BMLUK realisieren.“
Alle Informationen für effizienten Schutz
Der Leiter der Abteilung Wasser, Dominik Rosner, informiert: „Die Herausforderungen im Hochwasserschutz nehmen zu, da sich Niederschlagsereignisse und damit auch das Abflussgeschehen und Hochwasserszenarien in alpinen Einzugsgebieten verändern. Um diese Entwicklungen bestmöglich in den laufenden und künftigen Planungen berücksichtigen zu können, legen wir den Schwerpunkt auf eine fundierte hydrologische und hydraulische Betrachtung des gesamten Oberpinzgaus. Nur mit einer fundierten Grundlage können wir einen wirkungsvollen und aufeinander abgestimmten Hochwasserschutz für die Region gewährleisten.“
Intensive Zusammenarbeit mit allen Beteiligten
Der Hochwasserschutz im Oberpinzgau umfasst Maßnahmen entlang der Salzach sowie an ihren Zubringern. Während der Wasserbau im BMLUK gemeinsam mit dem Land Salzburg die Projekte entlang der Salzach im Talboden vorantreibt, werden die Schutzmaßnahmen an den Zubringern in der Regel von der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) Salzburg koordiniert und umgesetzt. Der Sektionsleiter der Wildbach- und Lawinenverbauung, Gebhard Neumayr, informiert: „Gemeinsam mit den Gemeinden und Genossenschaften haben meine Kolleginnen und Kollegen Schwachstellen identifiziert und Bemessungsgrundlagen aktualisiert. Seither wird gezielt auf Maßnahmen gesetzt, um bei einem Starkregenereignis die Spitzenabflüsse zu dämpfen und das Geschiebe und Unholz zu binden oder bei Extremereignissen auszufiltern.“
Kothbach-Verbauung abgeschlossen
Neben dem Oberpinzgau wurde auch Hallein im Unwettersommer 2021 massiv getroffen. Am 17. Juli wurde Zivilschutzalarm ausgelöst, da der Kothbach die historische Altstadt flutete. Seit 2021 wurden rund 8,1 Millionen Euro in Verbauung und Renaturierungsmaßnahmen investiert. „Im Raingraben wurde beispielsweise ein Rückhaltebecken errichtet und eine Hochwasserableitung über einen ehemaligen Salinenstollen realisiert. Dadurch kann das Wasser aus dem oberen Einzugsgebiet am Stadtkern vorbeigeleitet werden. Die umgesetzten Schutzmaßnahmen haben sich zuletzt am 28. August 2023, am 14. September 2024 und am 25. Februar 2026 bereits bestens bewährt. In den nächsten fünf Jahren liegt der Fokus auf Maßnahmen im Bereich Bad Dürrnberg. Der Ortsteil soll künftig vor energiereichen Murgängen und Hochwasserausbrüchen geschützt werden“, so Gebhard Neumayr.